Das Pentagon hat 200 Milliarden Dollar Zusatzbudget gefordert — und zum ersten Mal regt sich ernst zu nehmender Widerstand aus den eigenen Reihen. Lauren Boebert hat angekündigt, nicht zuzustimmen, und Chip Roy verlangt eine detaillierte Aufschlüsselung, wohin jeder einzelne Dollar fließt. In einem Kongress, der normalerweise jeden Militärhaushalt durchwinkt, ist das bemerkenswert.
Die eigentliche Bombe des Tages ist aber die Rücktrittserklärung von Joe Kent. Der ehemalige Special-Forces-Veteran und Kongressabgeordnete hat bei seinem Abgang kein Blatt vor den Mund genommen: Der Krieg sei auf Israels Wunsch begonnen worden, und die USA hätten sich in einen Konflikt ziehen lassen, der nicht im amerikanischen Interesse liegt. Eine Aussage, die in Washington für Schockwellen sorgt — aber in der Öffentlichkeit zunehmend auf fruchtbaren Boden fällt.
Parallel dazu genehmigt die Regierung 16,5 Milliarden Dollar an Notfall-Waffenlieferungen an Golfstaaten. Notfall-Waffenlieferungen — als ob Saudi-Arabien und die UAE kurz vor dem Verhungern stünden. In Wahrheit geht es darum, die Rüstungsindustrie weiter mit Aufträgen zu füttern und die Golfmonarchien als Verbündete bei der Stange zu halten.
200 Milliarden für das Pentagon, 16,5 Milliarden für den Golf, 800 Milliarden für ReArm Europe — aber für die Infrastruktur der eigenen Bürger, für Gesundheit, für Bildung ist kein Geld da. Der militärisch-industrielle Komplex, vor dem Eisenhower einst warnte, ist längst nicht mehr die Ausnahme — er ist die Regel.
