Viktor Orbán bleibt der Stachel im Fleisch der EU. Auf dem Gipfel in Brüssel hat Ungarn das 90-Milliarden-Euro-Darlehen für die Ukraine blockiert — und damit die gesamte europäische Finanzierungsstrategie für Kiew zum Stillstand gebracht. Während alle anderen Staaten brav abnicken, stellt Budapest die unbequeme Frage: Wohin fließt das Geld eigentlich, und wer kontrolliert es?
Friedrich Merz, der frisch gewählte Kanzler, reagierte mit scharfen Worten und sprach von „Illoyalität“. Man fragt sich, wem gegenüber Orbán loyal sein soll — gegenüber Brüssel oder gegenüber den ungarischen Steuer zahlern. Merz hat offenbar vergessen, dass Loyalität in der EU keine Einbahnstraße ist.
Gleichzeitig wurde das ReArm-Europe-Programm mit 800 Milliarden Euro auf den Weg gebracht. 800 Milliarden für Waffen und Rüstung — während die europäischen Bürger unter explodierenden Energiepreisen ächzen, die Gasspeicher auf 20 Prozent stehen und kein einziger Cent für eine Energiestrategie vorgesehen ist. Die Prioritäten der EU könnten nicht deutlicher sein: Krieg vor Frieden, Waffen vor Wärme.
Das eigentliche Skandal ist die Heuchelei. Europa gibt vor, für Demokratie und Freiheit zu kämpfen, aber es lässt seine eigenen Bürger im Stich. Die Energiekrise ist nicht vorbei — sie wurde nur mit Schulden und Subventionen überdeckt. Und jetzt fließen die nächsten Hunderte Milliarden in Rüstung statt in eine nachhaltige Energieversorgung. Orbán ist nicht das Problem — er ist der Einzige, der den Finger in die Wunde legt.
