Die Bank of England hält den Leitzins einstimmig bei 3,75 Prozent — und das ist die eigentliche Nachricht. Denn diesmal stimmt auch Catherine Mann für den Stillstand, die noch vor wenigen Monaten vehement für Zinssenkungen trommelte. Ihr Seitenwechsel ins Falkenlager zeigt, wie ernst die Inflationslage geworden ist.
Die hauseigene Inflationsprognose der BoE liegt jetzt über 3 Prozent — ein Niveau, bei dem an Zinssenkungen nicht zu denken ist. Gleichzeitig klettern die Gilt-Renditen auf den höchsten Stand seit 2008. Die britische Regierung zahlt Rekordzinsen auf ihre Schulden, während die Wirtschaft stagniert. Es ist das klassische Dilemma: zu hohe Inflation zum Senken, zu schwaches Wachstum zum Erhöhen.
Die Profiteure sind klar: Die britischen Banken verdienen prächtig an der Zinsmarge. Solange die BoE oben hält, sprudeln die Gewinne. Das Volk hingegen ächzt unter Hypothekenzinsen, die viele Haushalte an den Rand der Belastbarkeit bringen. Man fragt sich, für wen die Notenbank eigentlich Politik macht.
Mit der BoE sind jetzt alle vier großen Notenbanken eingefroren: Fed, EZB, BoJ und BoE. Keine bewegt sich. Keine gibt ein Signal. Die Welt wartet auf den Ersten, der blinzelt — und niemand traut sich. Das ist keine Stabilität, das ist kollektive Lähmung.
