Während die Welt auf den Iran-Krieg starrt, eskaliert Israel im Libanon mit einer Brutalität, die selbst für israelische Verhältnisse bemerkenswert ist. Über 680 Menschen sind bisher getötet worden, darunter überproportional viele Zivilisten. Und jetzt plant die IDF die größte Bodenoperation im Libanon seit 2006 — dem Jahr, in dem Israel schon einmal versucht hat, die Hisbollah militärisch zu vernichten, und gescheitert ist.

Besonders beunruhigend sind die UNIFIL-Verletzungen. Die UN-Friedenstruppe im Südlibanon berichtet von wiederholten Zwischenfällen mit der israelischen Armee — Beschuss von Beobachtungsposten, Behinderung von Patrouillen, Einschränkung der Bewegungsfreiheit. Das internationale Mandat wird systematisch untergraben, und die westlichen Medien schweigen dazu weitgehend.

Die geplante Bodenoperation würde den Konflikt auf eine neue Stufe heben. Israel will tief in den Südlibanon vorstoßen und eine Pufferzone errichten — auf fremdem Territorium, gegen den Willen der libanesischen Regierung, und unter Missachtung internationalen Rechts. Die USA blockieren wie üblich jede Resolution im UN-Sicherheitsrat.

Die geopolitische Verknüpfung mit dem Iran-Krieg ist offensichtlich. Israel nutzt die Ablenkung durch den großen Konflikt, um im Libanon Fakten zu schaffen. Die Hisbollah ist durch den Krieg gegen den Iran geschwächt, und Tel Aviv sieht seine Chance. Für die Zivilbevölkerung im Libanon bedeutet das nichts als weitere Zerstörung und Tod.