Tag 19 des Iran-Krieges, und die Lage an der Straße von Hormuz hat eine neue Qualität erreicht. Mojtaba Khamenei, der Sohn des Obersten Führers und mittlerweile faktischer Befehlshaber der IRGC-Marineeinheiten, hat die vollständige Versiegelung der Meerenge angeordnet. Das bedeutet: 15 Millionen Barrel pro Tag — rund ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung — fließen nicht mehr.

Die amerikanische Antwort darauf sollte eine Hormuz-Koalition sein — ein Bündnis williger Nationen, die gemeinsam mit der US-Navy die Schifffahrtsroute freihalten. Das Problem: Null Freiwillige. Kein einziger Verbündeter hat sich bereit erklärt, Kriegsschiffe in die Meerenge zu schicken. Die Golfstaaten mauern, die Europäer ducken sich weg, und selbst traditionelle US-Partner wie Australien und Japan halten sich bedeckt. Amerika steht allein.

Jetzt greift das Pentagon zum letzten Mittel: Die Pläne für eine Besetzung von Kharg Island liegen auf dem Tisch. Die Insel im nördlichen Persischen Golf ist Irans wichtigster Ölverladeterminal — über 90 Prozent der iranischen Ölexporte laufen über Kharg. Eine Besetzung würde Irans letzte Einnahmequelle abschneiden, aber gleichzeitig eine militärische Eskalation auf ein völlig neues Niveau heben.

Die Implikationen für die globalen Märkte sind enorm. Wenn Hormuz dauerhaft blockiert bleibt, sind dreistellige Ölpreise keine Prognose mehr, sondern Realität. Die IEA-Reserven reichen für 20 Tage. Die Weltwirtschaft steuert auf eine Energiekrise zu, die alles seit 1973 in den Schatten stellt. Und das Pentagon eskaliert weiter, statt zu deeskalieren — typisch für die amerikanische Hegemonialpolitik.