Oracle hat gestern nach Börsenschluss geliefert. Umsatz 17,2 Milliarden Dollar, über den Erwartungen. Gewinn 1,79 Dollar je Aktie, fast 6% über dem Konsens. Cloud-Infrastruktur plus 84 Prozent — 80 waren erwartet.
Die Zahl, die alle Augenbrauen nach oben zog: der Auftragsbestand von 553 Milliarden Dollar. Plus 325 Prozent im Jahresvergleich. Dazu eine 15-prozentige Beteiligung am frisch ausgegliederten TikTok US. Die Aktie sprang nachbörslich um 9 bis 10 Prozent.
Auf den zweiten Blick: Ein Unternehmen, das 50 Milliarden Dollar im Jahr für Rechenzentren ausgibt, dessen freier Kapitalfluss bis ungefähr 2030 negativ bleibt, und das 20.000 bis 30.000 Mitarbeiter entlassen will, um die Bilanz am Leben zu halten.
Der Auftragsbestand von 553 Milliarden klingt gewaltig — bis man versteht, dass ein Großteil davon Lieferverpflichtungen über zehn und mehr Jahre sind, gebunden an Infrastruktur, die erst gebaut werden muss, mit Geld, das erst verdient werden muss. Das ist kein Gewinn, das ist ein Versprechen. Und Versprechen in einer Branche, die sich alle 18 Monate selbst überholt, sind begrenzt verlässlich.
