Die Hoffnung war groß: 300 bis 400 Millionen Barrel aus den strategischen Reserven, die größte koordinierte Freigabe in der 52-jährigen Geschichte der Internationalen Energieagentur. Die G7-Energieminister saßen zusammen. Das Ergebnis? Nichts.

Kein einziges Barrel freigegeben. Stattdessen haben sie die IEA gebeten, die Marktlage zu analysieren. Bomben fallen auf iranische Ölanlagen, die Straße von Hormuz ist de facto dicht, Tankerverkehr bei null, Katar liefert kein Flüssiggas, die europäischen Gasspeicher liegen bei 30 Prozent — und die G7 bestellen ein Gutachten.

WTI steht bei 81 Dollar, Brent bei 88 — heruntergeprügelt durch reines Mundwerk. Durch Trumps Friedenstheater. Durch einen gelöschten Tweet des Energieministers Chris Wright, der frei erfunden behauptete, die Navy hätte einen Tanker durch die Straße von Hormuz eskortiert. Der Ölpreis fiel kurzzeitig um 17 Prozent.

Der Tweet wurde gelöscht. Die Navy hat dementiert. Aber die Wirkung war erzielt. Ein Kabinettsminister lügt öffentlich, der Preis fällt, die Lüge wird still entfernt. Wäre das ein Hedgefondsmanager gewesen — der säße längst in Handschellen.

Erdgas am Henry Hub bei 3,10 Dollar, vergleichsweise ruhig. Milde Temperaturen dämpfen die Nachfrage, während die europäischen Gaspreise wegen des Ausfalls der katarischen Ras-Laffan-Anlage — des größten LNG-Exportterminals der Welt — auf Dreijahrshochs stehen. Die Energieversorgung Europas hängt an seidenen Fäden.