Der Krieg, den Trump vorgestern als so gut wie beendet erklärte, geht in Tag zwölf. Verteidigungsminister Hegseth sprach gestern von den intensivsten Angriffen seit Beginn der Operation — die meisten Jäger, die meisten Bomber, die meisten Einschläge.

Die Bilanz: über 1.300 tote Iraner, knapp 10.000 Verletzte, fast 10.000 zivile Standorte zerstört, darunter 8.000 Wohnhäuser, Schulen und Krankenhäuser. UNESCO-Welterbestätten in Isfahan — die Schah-Moschee, der Ali-Qapu-Palast, der Tschehel-Sotun — beschädigt. Kulturerbe, das Jahrtausende überdauert hat, in einer Woche beschossen.

Teheran ist seit 240 Stunden vom Internet abgeschnitten — die längste staatlich verhängte Netzsperre, die jemals dokumentiert wurde. Ein ganzes Volk mundtot gemacht, während die Bomben fallen.

Die Atomanlagen stehen noch. Unbeschädigt. 454 Kilogramm hochangereichertes Uran lagern in den Tunneln von Isfahan. Nach zwölf Tagen Bombardement, 5,6 Milliarden Dollar Munitionskosten allein in den ersten 48 Stunden und elf abgeschossenen Drohnen hat die mächtigste Armee der Welt ihr erklärtes Ziel nicht einmal angekratzt.

Pentagon und Mossad diskutieren jetzt den Einsatz von Spezialkräften, um das Uran physisch zu sichern. Bodentruppen im Iran. Gleichzeitig liefert Russland dem Iran Aufklärungsdaten zur Lokalisierung amerikanischer Stellungen — Standorte von Kriegsschiffen, Flugzeugpositionen, Bewegungsmuster. Zwei Nuklearmächte auf verschiedenen Seiten eines heißen Krieges. Der Präsident des Europäischen Rates brachte es auf den Punkt: Der einzige Gewinner ist bisher Russland.

Und die DOGE-Kürzungen behindern jetzt die Kriegsführung. Das Außenministerium hat seine Krisenteams verloren. Die FEMA ist durchlöchert. Die Cybersicherheit ist ausgedünnt, während iranische Hacker auf die kritische Infrastruktur zielen. Erst den Staat zerlegen, dann einen Krieg anfangen.