Deutschland liefert ein Lehrbuch der institutionalisierten Schizophrenie. Kanzler Merz warnt vor einer kritischen Wirtschaftslage — Industrieproduktion minus 0,5 Prozent, Auftragseingang minus 10 Prozent, die schlimmsten Absatzzahlen der Autobranche seit einer Dekade.
Gleichzeitig lässt er Ramstein als Nervenzentrum des Iran-Krieges laufen: 161 gelandete, 246 gestartete Militärflugzeuge seit Kriegsbeginn, F-16-Verlegungen, vier AWACS-Maschinen, Drohnensteuerung über Satellitenschüsseln. Das Lazarett in Landstuhl hat die Geburtsstation geschlossen, um Platz für Verwundete zu schaffen. Spanien hat die Nutzung seiner Basen verweigert. Belgien hat Nein gesagt. Deutschland nickt.
In Stuttgart wurde Palantirs Gotham-System für die Polizei eingekauft — 25 Millionen Euro, beschlossen mit den Stimmen der Grünen. Ein amerikanischer Geheimdienst-Konzern, dessen Quellcode geheim ist, verknüpft ab dem zweiten Quartal Polizeidaten, Mobilfunkprofile, Social-Media-Aktivitäten zu umfassenden Personendossiers. Die Gesellschaft für Freiheitsrechte kündigt eine Klage an.
3.000 Schülerinnen und Schüler standen am Potsdamer Platz und skandierten gegen die Ausrüstungsoffensive einer Bundeswehr, die von 185.000 auf 260.000 Soldaten wachsen soll. Der DAX schloss bei 23.917, plus 2,17 Prozent — technische Erholung nach drei Verlusttagen. Seit Kriegsbeginn hat der Index trotzdem acht Prozent verloren.
