Um 14:30 Uhr werden die US-Inflationszahlen für Februar veröffentlicht — der Datenpunkt, auf den die gesamte Finanzwelt seit einer Woche starrt. Der Konsens liegt bei 2,5 Prozent im Jahresvergleich, der Kern-CPI ebenfalls bei 2,5 Prozent.
Doch diese Zahlen bilden einen Monat ab, der am 28. Februar endete. Am 28. Februar fielen die ersten Bomben auf den Iran. Die Datenerhebung war abgeschlossen, bevor ein einziger Barrel Öl wegen der Straße von Hormuz fehlte. Was heute Nachmittag über die Ticker läuft, ist die Momentaufnahme einer Welt, die es so nicht mehr gibt.
Die eigentliche Inflationswelle — Öl, Benzin, Heizkosten, Transportkosten, Lebensmittelpreise — schiebt sich erst in den März- und Aprildaten nach vorne. Wer heute Nachmittag eine zahme 2,5 sieht und daraus ableitet, die Inflation sei unter Kontrolle, hat die Dynamik dieses Krieges nicht begriffen.
Die FOMC-Blackout-Periode läuft — kein Fed-Sprecher bis nach der Zinsentscheidung am 17. und 18. März. Jerome Powell ist gleichzeitig strafrechtlich untersucht und geldpolitisch gelähmt. Seine Amtszeit endet am 23. Mai, Kevin Warsh steht in den Startlöchern. Einen Tag später tagt die EZB am 18. und 19. März — Eurozone-Inflation bei 1,7 Prozent, unter dem Ziel, während die Ölrechnung explodiert.
Bei einem VIX von 25 reicht ein einziger CPI-Ausreißer, um den nächsten Strudel auszulösen. Das ist kein guter Datenpunkt. Das ist eine Falle.
