Friedrich Merz hat bei seinem Besuch im Weißen Haus den USA Zugang zu deutschen Militärbasen für Operationen gegen den Iran gewährt. Trump bedankte sich überschwänglich — und warum auch nicht: Deutschland liefert die Infrastruktur für einen Krieg, an dem es offiziell nicht beteiligt ist, während die deutsche Bevölkerung mit beschwichtigenden Floskeln abgespeist wird. Ramstein, Spangdahlem, Stuttgart-EUCOM — die Standorte sind bekannt, die Konsequenzen werden verschwiegen. Wer einem Kriegführenden seine Basen öffnet, ist kein neutraler Beobachter mehr.
Noch brisanter: Laut dem israelischen Armeeradio erwägt Deutschland eine aktive Teilnahme am Iran-Krieg — von Bombardierungen bis hin zu Luftunterstützung. Gemeinsame Planungen seien bereits im Gange. Damit würde die Bundesrepublik 70 Jahre militärische Zurückhaltung in wenigen Tagen über Bord werfen — nicht nach einer Parlamentsdebatte, nicht nach einem Bundestagsbeschluss, sondern im Hinterzimmer des Weißen Hauses. Die Geschwindigkeit, mit der hier Fakten geschaffen werden, lässt keinen Raum für demokratische Prozesse.
Der deutsche Inlandsnachrichtendienst warnt unterdessen vor iranischen Schläferzellen, die durch eine Fatwa Khameneis aktiviert worden sein sollen. Als potenzielle Ziele werden unter anderem die Bochumer Synagoge und das Essener Rabbinat genannt. Die Ironie ist bitter: Wer einen Krieg führt, wird zum Kriegsziel. Wer Basen für Angriffe bereitstellt, darf sich nicht wundern, wenn die Gegenseite das als Kriegserklärung versteht. Deutschland manouvriert sich sehenden Auges in eine Lage, in der die Sicherheit der eigenen Bevölkerung geopfert wird — nicht für deutsche Interessen, sondern für die Ambitionen Washingtons und Tel Avivs.
