Die Wall Street hat am Mittwoch eine Erholungsbewegung gezeigt: S&P 500 bei 6.869 (+0,8%), Dow Jones +238 Punkte, Nasdaq +1,3%. Die ADP-Arbeitsmarktdaten kamen mit 63.000 neuen Stellen etwas besser als die erwarteten 49.000, doch der Teufel steckt im Detail: Der Januar-Wert wurde von ohnehin schon schwachen 22.000 auf nur noch 11.000 nach unten revidiert. Die Headline-Zahl verdeckt also eine schleichende Verschlechterung des Arbeitsmarkts, die in den revidierten Daten deutlich sichtbar wird.

Deutlich stärker überraschte der ISM Services Index mit 56,1 gegenüber erwarteten 53,5 — der höchste Wert seit Juli 2022. Die Geschäftsaktivität sprang auf 59,9, neue Aufträge erreichten 58,6. In Asien explodierte der KOSPI über Nacht um 10%, nachdem die New York Times Waffenstillstandsgerüchte veröffentlicht hatte. Doch wer feiert, sollte nachrechnen: 10% Rebound nach 20% Verlust bedeutet, dass gerade einmal die Hälfte des Einbruchs aufgeholt wurde — und selbst das nur auf Basis unbestbätigter Gerüchte.

Die US-Futures am Donnerstagmorgen dämpfen die Euphorie bereits: S&P -0,2%, Dow -0,3%. Der VIX ist zwar um 10,27% auf 21,15 gefallen, liegt aber immer noch deutlich über dem Normalbereich. Die Erholung ist ein klassischer technischer Reflex — überverkaufte Märkte korrigieren kurzzeitig nach oben, bevor die nächste Realität einschlägt. Ein Paradigmenwechsel wäre das erst, wenn ein verifizierter Waffenstillstand vorliegt, die Straße von Hormuz wieder versichert wird und die geopolitische Risikoprämie aus den Rohstoffpreisen verschwindet. Davon sind wir meilenweit entfernt.