Gold bewegt sich in einer Spanne zwischen 5.400 und 5.700 Dollar — Allzeithoch-Territorium, das vor wenigen Monaten noch als Fantasie gegolten hätte. JPMorgan hat sein Jahresziel von 6.300 Dollar bekräftigt, ein Wert, der angesichts der geopolitischen Entwicklung zunehmend realistisch erscheint. Silber zeigt sich hochvolatil zwischen 90 und 94 Dollar, wobei die COMEX-Spannung — die Diskrepanz zwischen Papier- und physischem Markt — weiterhin für zusätzliche Nervosität sorgt.

Am Ölmarkt notiert Brent zwischen 78 und 85 Dollar, das sind 9 bis 13 % über dem Vorkriegsniveau. Angesichts der tatsächlichen Lage in der Straße von Hormuz erscheint dieser Aufschlag noch moderat. Die UBS warnt, dass bei einer längeren Hormuz-Blockade Preise von über 120 Dollar je Barrel wahrscheinlich werden. Erdgas am Henry Hub stieg auf 2,95 Dollar mit einem Plus von 3,5 % — doch die eigentliche Explosion fand in Europa statt.

Der europäische TTF-Gaspreis ist durch den Produktionsstopp von QatarEnergy um 52 % an einem einzigen Handelstag nach oben geschossen. Mit Gasspeichern bei nur 20 % steht Europa vor einer akuten Versorgungskrise, die weit über den direkten Kriegsschauplatz hinausreicht. Die Energieabhängigkeit, die nach dem Russland-Schock eigentlich diversifiziert werden sollte, zeigt sich nun auf brutale Weise von einer neuen Seite.