Am vierten Tag des militärischen Konflikts mit dem Iran hat QatarEnergy nach Drohnenangriffen auf die Anlage in Ras Laffan die gesamte LNG-Produktion eingestellt. Damit fallen rund 20 % der weltweiten Flüssiggas-Versorgung auf unbestimmte Zeit aus. Die Reaktion an den europäischen Gasbörsen war unmittelbar: Der TTF-Referenzpreis schoss innerhalb eines Handelstages um 52 % nach oben. Europas Gasspeicher stehen bei gerade einmal 20 % — ein Wert, der für diese Jahreszeit als kritisch niedrig gilt.

In der Straße von Hormuz hat sich die Lage dramatisch verschärft. Der Tankerverkehr ist um 70 % eingebrochen, drei Handelsschiffe wurden beschädigt und 27 Tanker treiben orientierungslos in der Region. Die Opferzahlen sind auf über 550 Tote gestiegen. Im Hintergrund läuft bereits das Ringen um die Nachfolge Khameneis: Mojtaba Khamenei, Hassan Khomeini und Ali Larijani gelten als Hauptkandidaten für die Führung eines Landes im Ausnahmezustand.

Besonders bitter ist die Erkenntnis, dass die Genfer Gespräche offenbar nur als Köder dienten. Der Ökonom Michael Hudson prägte die Formulierung „Negotiation to Detonation“ — Verhandlungen als Deckmantel für die militärische Vorbereitung. Der omanische Außenminister bestätigte, dass der Iran einem IAEA-Abkommen bereits zugestimmt hatte, bevor die Bomben fielen. Was als diplomatischer Durchbruch hätte enden können, wurde zum Startschuss für den Angriff.