Am 25. Februar kollabierte der britische Private-Credit-Anbieter Market Financial Solutions (MFS) und legte dabei ein System offen, das an die schlimmsten Exzesse der Finanzkrise erinnert. Der Kern des Skandals: Double Pledging — dieselben Vermögenswerte wurden als Sicherheit für mehrere Kredite gleichzeitig hinterlegt. Von den ausgewiesenen 1.160 Millionen Pfund an Sicherheiten haben nach erster Prüfung nur 230 Millionen einen tatsächlichen Wert. Eine Sicherheitenlücke von 930 Millionen Pfund.

Die Schockwellen trafen die Finanzmärkte umgehend. Barclays verlor 3,4 %, Apollo brach um 7 % ein, Jefferies fiel 8 % und Wells Fargo gab 4 % ab. Das eigentliche Problem liegt tiefer: Private Credit ist ein Schattenbankensystem ohne öffentliche Aufsicht, in dem Firmen wie MFS weitgehend unbeobachtet operieren konnten. Die alte Branchenweisheit lautet: Wo eine Kakerlake auftaucht, sind mehr — und genau das fürchten Investoren jetzt.

Der Zeitpunkt könnte kaum ungünstiger sein. Mitten im Iran-Krieg, bei explodierenden Energiepreisen und angespannten Kreditmärkten, offenbart sich eine systemische Schwäche im Herzen des alternativen Finanzsystems. Private Credit ist in den letzten Jahren zur beliebten Anlageklasse für institutionelle Investoren geworden — der MFS-Kollaps wirft nun die Frage auf, wie viele weitere Zeitbomben in diesem unregulierten Bereich schlummern.