Die dritte Verhandlungsrunde in Genf ging gestern als die längste und ernsthafteste in die Chronik der Iran-Nukleargespräche ein. Iran hat einen eigenen Entwurf vorgelegt: Die Anreicherung soll reduziert werden, aber auf iranischem Boden verbleiben. Die US-Position bleibt klar: null Anreicherung und vollständige Entfernung allen angereicherten Urans. Ein Deal kam nicht zustande — aber beide Seiten berichten von substanziellen Fortschritten. Die Tatsache, dass Iran erstmals einen schriftlichen Vorschlag eingebracht hat, ist an sich bereits eine Veränderung in der Dynamik.

Die nächsten Schritte sind klar definiert: Technische Teams treffen sich ab Montag in Wien bei der IAEA. Omans Außenminister fliegt heute nach Washington, um Vizepräsident Vance persönlich zu briefen. Im Persischen Golf bleiben 40.000 US-Soldaten stationiert — eine Erinnerung, dass Diplomatie und militärischer Druck parallel laufen. Trumps selbst gesetzte Deadline Mitte März tickt. Ob sie als Verhandlungshebel dient oder als tatsächlicher Stichtag, bleibt offen.

Für die Märkte: WTI handelt bei 65,50 Dollar, Brent bei 71 Dollar. Die Iran-Prämie ist eingepreist, aber nicht ausgereizt. Wenn die Gespräche scheitern, spiken die Ölpreise — die militärische Option rückt dann in den Vordergrund. Wenn ein Deal zustande kommt, winkt eine Friedensdividende für den gesamten Energiesektor: iranisches Öl zurück auf dem Weltmarkt, sinkende Risikoprämien, Entlastung für Verbraucher. Zwischen diesen beiden Szenarien liegt die Arbeit der nächsten zwei Wochen.