Jack Dorsey hat 4.000 Menschen gefeuert — fast die Hälfte der gesamten Belegschaft von Block. Das Unternehmen hinter Square und Cash App schrumpft von rund 10.000 auf etwa 6.000 Mitarbeiter. Der Grund: Ein internes KI-Tool namens “Goose”, das ersetzt, wofür bisher Dutzende Entwickler gebraucht wurden. Code schreiben, testen, deployen — Goose erledigt das schneller, billiger und ohne Krankheitstage. Die Aktie stieg im nachbörslichen Handel um 24 Prozent. Der Markt sieht keine Tragödie. Er sieht Margenexpansion.

Die Finanzergebnisse geben Dorsey Rückendeckung: Der Bruttogewinn für 2025 lag bei 10,36 Milliarden Dollar, ein Plus von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Gewinn pro Aktie im vierten Quartal betrug 0,65 Dollar. Die Restrukturierungskosten werden auf 450 bis 500 Millionen Dollar geschätzt. Die Abfindungen sind ordentlich: 20 Wochen Grundgehalt plus eine Woche pro Beschäftigungsjahr plus sechs Monate Krankenversicherung. Großzügig — aber das ändert nichts an der Tatsache, dass 4.000 Menschen ihre berufliche Existenz verloren haben.

Dorseys Prognose macht die Sache nicht besser: Die meisten Unternehmen werden innerhalb eines Jahres folgen. Nassim Taleb warnte diese Woche in Miami vor exakt demselben Szenario. Der Citrini-Report prognostiziert über 10 Prozent Arbeitslosigkeit durch KI in den USA. Block ist nicht der Anfang — Block ist das Pilotprojekt, das beweist, dass es funktioniert. Wenn ein CEO die Hälfte seiner Belegschaft streichen kann und die Aktie 24 Prozent steigt, wird jeder andere CEO im Tal das zur Kenntnis nehmen.

Die Botschaft ist klar und kalt: Für die Märkte sind Menschen Kostenstellen. Wenn eine Maschine günstiger rechnet, wird der Mensch überflüssig — und der Aktienkurs steigt. Die Frage ist nicht mehr, ob diese Welle kommt. Die Frage ist, wie schnell sie rollt und wie viele Branchen sie erfasst, bevor die Politik reagiert. Block hat heute die Antwort gegeben: sehr schnell, und niemand wartet auf Erlaubnis.