Der KI-Wettlauf hat eine neue Dimension erreicht. Meta kauft AMD-Chips im Wert von geschätzt 100 Milliarden Dollar über einen Zeitraum von fünf Jahren. Es handelt sich um maßgeschneiderte MI450-GPUs, die 6 Gigawatt Rechenleistung liefern sollen. Die AMD-Aktie reagierte mit einem Kurssprung von fast 9 Prozent.
Das Besondere an der Struktur: AMD gibt Meta im Gegenzug Warrants für 160 Millionen Aktien — das entspricht potenziell rund 10 Prozent des Unternehmens. Die Konstruktion ist exakt dieselbe wie beim OpenAI-AMD-Deal vom Oktober 2025. Es entsteht ein zirkuläres Finanzierungsmodell: Meta gibt AMD Geld für Chips, AMD gibt Meta Aktien, Meta investiert die Ersparnisse in noch mehr Chips.
AMD-CEO Lisa Su nannte die Vereinbarung einen der “transformativsten Deals” in der Geschichte des Unternehmens. Und Mark Zuckerberg? Der redet inzwischen von “Personal Superintelligence” — persönlicher Superintelligenz für jeden Einzelnen. Was nach Science-Fiction klingt, wird mit konkreten Milliarden untermauert.
135 Milliarden Dollar Capex plant Meta allein für 2026. Zur Einordnung: Das ist mehr als das Bruttoinlandsprodukt von über 100 Ländern dieser Erde. Zusammen mit den anderen Hyperscalern — Alphabet, Microsoft, Amazon — fließen geschätzt 700 Milliarden Dollar in KI-Infrastruktur. 60 Prozent mehr als im Vorjahr.
Der AMD-Meta-Deal zeigt, wie sich der KI-Markt aufteilt: Auf der einen Seite stehen Unternehmen, die dreistellige Milliardenbeträge in eine Zukunft investieren, deren Konturen noch niemand mit Sicherheit beschreiben kann. Auf der anderen Seite stehen etablierte Unternehmen wie IBM oder PayPal, deren Geschäftsmodelle innerhalb von Stunden in Frage gestellt werden. Das ist keine Evolution — das ist Disruption im Zeitraffer.
