Micron Technology liefert morgen Quartalszahlen, und die Erwartungen könnten kaum höher sein. Die Analysten rechnen mit 19,2 Milliarden Dollar Umsatz — ein Wachstum von 138 Prozent im Jahresvergleich. Der erwartete Gewinn pro Aktie liegt bei 8,65 Dollar, was einer Gewinnsteigerung von 451 Prozent entspräche. Zahlen, die in jeder anderen Branche als Fantasie gelten würden.
Der Treiber ist eindeutig: HBM (High Bandwidth Memory) ist komplett ausverkauft. Jedes KI-Rechenzentrum braucht HBM-Chips, und Micron ist neben SK Hynix einer der wenigen Hersteller weltweit. Die Nachfrage übersteigt das Angebot bei Weitem, und das wird sich in den nächsten Quartalen nicht ändern. Nvidia’s neue Vera-Rubin-Chips brauchen noch mehr HBM als die Vorgängergeneration.
Das größere Bild ist die Konzentration im S&P 500. Die Magnificent 7 — Apple, Microsoft, Nvidia, Amazon, Alphabet, Meta und Tesla — machen mittlerweile 35 Prozent des gesamten Index aus. Das ist eine historische Konzentration, die den Markt extrem anfällig für Korrekturen in genau diesen Werten macht. Wenn einer dieser Giganten strauchelt, reißt er den gesamten Markt mit.
Für Micron wird es darauf ankommen, ob das Management die Guidance für das laufende Quartal anhebt. Die Zahlen selbst dürften die Erwartungen treffen oder leicht übertreffen — das ist bei Micron-Earnings fast Standard. Die Frage ist, ob die Aktie bei diesen Bewertungen noch Luft nach oben hat oder ob der KI-Hype bereits komplett eingepreist ist.
