Die US-Aktienmärkte eröffnen die Woche auf Jahrestiefs. Der S&P 500 steht bei 6.632, der Dow Jones bei 46.558 und der Nasdaq bei 22.105. In Europa hält sich der DAX bei 23.382 vergleichsweise stabil, profitiert aber von der Rotation aus US-Tech in europäische Werte. Die Kombination aus Kriegseskalation, Ölpreisschock und Handelskonflikt lastet schwer auf den Bewertungen.

Alle Augen richten sich auf die FOMC-Sitzung am Mittwoch und Donnerstag. Die Märkte preisen mit 92 Prozent Wahrscheinlichkeit ein Halten der Zinsen ein. Spannend wird der Dot Plot — die Zinsprojektionen der Fed-Mitglieder. Angesichts des Ölpreisschocks und der kriegsbedingten Inflation dürfte eine Zinssenkung in weite Ferne gerückt sein. Jerome Powell steht vor der Quadratur des Kreises: Eine Wirtschaft, die Zinssenkungen braucht, und eine Inflation, die sie verbietet.

Der Polymarket-Skandal weitet sich aus. Auf der Prognoseplattform wurden Wetten im Volumen von über 700 Millionen Dollar platziert, bei denen massive Manipulationsverdachte bestehen. Ein einzelner Nutzer mit dem Handle Magamyman hat allein 553.000 Dollar an Gewinnen eingestrichen. Der Skandal wird dadurch brisant, dass Trump Jr. im Board von Polymarket sitzt — eine Plattform, die direkt von politischen Entscheidungen seines Vaters profitiert.

Besonders pikant: Sowohl das DOJ als auch das CFPB haben ihre Ermittlungen gegen Polymarket eingestellt. Die Behörden, die für die Aufsicht zuständig wären, schauen weg — oder wurden zum Wegschauen gebracht. Das ist keine Marktregulierung, das ist organisierte Aufsichtsverweigerung.

Für diese Woche gilt: FOMC am Mittwoch ist der Dreh- und Angelpunkt. Ein hawkisher Dot Plot könnte die Jahrestiefs noch einmal testen. Wer long ist, braucht starke Nerven.