Die Meldung, die den ganzen Zynismus dieses Konflikts zusammenfasst: Iran hat seit Kriegsbeginn mindestens 11,7 Millionen Barrel Rohöl durch die Straße von Hormuz verschifft — jedes einzelne Barrel nach China.

Iranische und chinesische Tanker fahren frei, während westliche Reeder ihre Schiffe zurückziehen, weil keine Versicherung auf diesem Planeten mehr eine Passage deckt. Die Meerenge ist nur für den Westen geschlossen.

Das ist kein Krieg um Sicherheit. Das ist ein Krieg um Lieferketten. Wer durch Hormuz fährt und wer nicht, entscheidet nicht die Geographie — das entscheidet die Geopolitik.

China kauft billiges iranisches Öl. Russland verkauft sein Öl zum Premiumpreis, weil iranisches auf dem Weltmarkt fehlt. Europa bezahlt die Zeche für einen Krieg, den Washington geführt hat.

Was sich hier abspielt, ist die größte Umverteilung von Energieressourcen seit dem Zweiten Weltkrieg — und Europa steht auf der Verliererseite. Moskau hat seine Berater angewiesen, den Moment zu nutzen. Russisches Öl und Gas fließen, iranisches nicht — außer nach Peking —, und Russlands Kriegskasse füllt sich, während Washingtons Munitionslager schrumpfen.