Die IEA verkündete in der Nacht, dass ihre 32 Mitgliedsländer einstimmig beschlossen haben, 400 Millionen Barrel aus den strategischen Reserven freizugeben. Die größte koordinierte Aktion in der Geschichte der Energiepolitik. Klingt gewaltig — bis man rechnet.

Die Welt verbraucht täglich 103 Millionen Barrel. Die strategischen Reserven decken vier Tage Weltverbrauch. Ein Pflaster auf eine Wunde, die jeden Tag tiefer schneidet.

Auf der anderen Seite: Der Sprecher der Iranischen Revolutionsgarden erklärte gestern Abend: Kein Liter Öl wird durch die Straße von Hormuz gelangen. Erwartet Öl bei 200 Dollar pro Barrel. Das ist keine Drohung — das ist eine Kriegserklärung an die Weltwirtschaft.

Zusätzlich haben die USA 172 Millionen Barrel aus der eigenen strategischen Reserve freigegeben — Energieminister Chris Wright, derselbe Mann, der letzte Woche einen gelöschten Fantasie-Tweet über eine Tanker-Eskorte veröffentlichte.

Das Ergebnis: WTI über Nacht auf 95 Dollar geschossen, plus 8,5 Prozent — trotz der IEA-Ankündigung. Brent bei 91. Der Markt glaubt dem iranischen General mehr als der IEA. Die IRGC-Drohung hat die Reservefreigabe in einer einzigen Nacht neutralisiert.