Die Warnungen häufen sich: Lloyd Blankfein, der ehemalige Goldman-Sachs-Chef, schlägt Alarm. Jeffrey Gundlach, der sogenannte Bond King, geht noch weiter und prognostiziert, dass die nächste Finanzkrise aus dem Private-Credit-Sektor kommen wird. Was als attraktive Alternative zu traditionellen Bankenkrediten begann, hat sich zu einem 2 Billionen Dollar schweren Markt aufgebläht — eine Verfünffachung seit 2008.

Die ersten konkreten Stresssignale sind bereits sichtbar: Blue Owl hat Abhebungen aus einem seiner Fonds gestoppt — ein Warnzeichen, das an die Anfangsphase der Subprime-Krise erinnert. Die Aktien der großen Private-Credit-Anbieter befinden sich im freien Fall: Ares minus 26% seit Jahresbeginn, Blue Owl minus 24%, Blackstone minus 23% und Apollo minus 19%. Die Verluste summieren sich auf Dutzende Milliarden an Marktkapitalisierung.

Besonders beunruhigend ist die Konzentration der Risiken: Rund 40% der Private-Credit-Portfolios sind in der Software-Branche investiert — ausgerechnet einem Sektor, der gerade unter dem KI-Umbruch und sinkenden Bewertungen leidet. Die UBS rechnet in ihrem Worst-Case-Szenario mit einer Ausfallrate von 15%. Bei einem 2-Billionen-Markt wären das 300 Milliarden Dollar an faulen Krediten. Das Problem: Im Gegensatz zu börsennotierten Anleihen sind diese Kredite illiquide, intransparent und kaum reguliert. Wenn die Musik aufhört zu spielen, gibt es keinen geordneten Ausgang.