Der Earnings-Star des Tages heißt Broadcom. Nach Börsenschluss lieferte der Chip-Riese beeindruckende Zahlen: 1,88 Dollar Gewinn je Aktie, Umsatz 19,2 Milliarden Dollar — ein Plus von 28% gegenüber dem Vorjahr. Besonders beeindruckend: Die KI-Halbleitersparte setzte 8,2 Milliarden Dollar um und hat sich damit verdoppelt. Die Aktie notiert bei 310 Dollar, liegt aber immer noch 25% unter den Dezember-Hochs. In Deutschland melden Bayer, Adidas, Continental, Evonik und Sixt Quartalszahlen.

Während der Krieg die Rüstungsbranche beflügelt, geraten andere Sektoren massiv unter Druck. AeroVironment und Tidewater legten jeweils 10% zu, Rheinmetall hat sich in den letzten zwölf Monaten verdreifacht — plus 200%. Auf der Verliererseite dominiert MongoDB mit einem Absturz von 22%. Moderna verlor 6%, Ford gab 5% ab und kündigte gleichzeitig einen Rückruf von 4,4 Millionen Fahrzeugen an. Micron fiel um 8%, belastet durch die Asien-Panik.

Das Makro-Bild wird heute durch zwei wichtige Datenpunkte geprägt: Um 14:15 Uhr erscheint der ADP-Beschäftigungsbericht (Prognose: 49.000 neue Stellen), um 16:00 Uhr folgt der ISM-Dienstleistungsindex (erwartet: 53,5). Am Montag hatte bereits der ISM für das verarbeitende Gewerbe mit 52,4 positiv überrascht, doch der Preisindex bei 70,5 schreckte die Märkte auf — ein deutliches Inflationssignal.

Am Freitag stehen die Non-Farm Payrolls an (Prognose: 58.000), und am 18./19. März tagt die Fed. Die Marktwahrscheinlichkeit für eine Zinspause liegt bei 95%. Fed-Chef Powell steckt in der Zwickmühle: Senkt er die Zinsen, riskiert er weitere Inflation. Hält er sie, droht eine Rezession — die klassische Powell-Falle.