Gold hielt die gesamte Woche stabil über 5.000 Dollar und ging am Freitag bei 5.180 Dollar aus dem Handel — als wäre die Fünftausender-Marke in Beton gegossen. Die Zentralbanken kaufen, als gäbe es kein Morgen: Die chinesische PBOC seit fünfzehn Monaten ununterbrochen, offizielle Bestände jetzt über 2.300 Tonnen. JPMorgan meldete 755 Tonnen Zentralbankkäufe allein für 2026. Der Anteil des Dollars an den globalen Währungsreserven ist auf 56 Prozent gefallen — der niedrigste Stand seit drei Jahrzehnten.
Und dann kam der Iran-Angriff. Mit den Bomben auf iranischem Boden wird Gold am Montag einen weiteren Schub bekommen. Kriege treiben das Kapital in das einzige Geld, das kein Versprechen eines Staates braucht — und das seit 5.000 Jahren funktioniert.
Bei Silber wird die Geschichte noch dramatischer. Am Freitag war First Notice Day an der COMEX. 10.526 Kontrakte standen zur physischen Lieferung — das sind 52,63 Millionen Unzen, 61,1 Prozent des gesamten registrierten COMEX-Bestands. Die Abflussrate liegt bei 785.000 Unzen pro Tag. Silber schloss den Freitag bei 93,47 Dollar — plus 5,86 Prozent an einem einzigen Tag — und bewegte sich am Samstag bereits Richtung 94,50. Das Gold-Silber-Verhältnis komprimierte auf 57:1. Plus 180 Prozent seit den Olympischen Spielen in Paris 2024.
Die Iran-Eskalation verschärft das COMEX-Lieferdrama zusätzlich: Logistikrouten im Persischen Golf gestört, Risikoprämien explodierend, Flucht in harte Werte. Die März-Auslieferung wird zur Nagelprobe — kann die COMEX ihre Versprechen halten, oder endet das Papierspiel in einer Notfall-Barausgleichung? Eric Sprott sprach am Freitag Klartext: Die Banken haben die Kontrolle verloren.
Wenn das Gold-Silber-Verhältnis auf historische 15:1 zurückkehrt, steht Silber bei Gold über 5.000 Dollar jenseits der 300-Dollar-Marke. Rund 500 Millionen Unzen an Short-Positionen liegen noch an der COMEX — hauptsächlich bei Banken. Samsung hat sich die Produktion einer kolumbianischen Mine für zwei Jahre exklusiv gesichert. Sprott verdoppelte sein Kaufprogramm auf zwei Milliarden Dollar. China stufte Silber als strategische Ressource ein. Und jetzt kommt auch noch ein Krieg im Persischen Golf dazu. Wer Gold und Silber hält, hält die härteste Währung in der härtesten Zeit.
