Die Woche begann mit zwei amerikanischen Flugzeugträgerverbänden, 700 Kilometer vor der iranischen Küste. Die USS Abraham Lincoln mittendrin, 40.000 Soldaten in Stellung gebracht — die größte US-Militärkonzentration im Persischen Golf seit dem Irak-Einmarsch 2003. Der Atlantic Council bezifferte die Wahrscheinlichkeit kinetischer Aktionen auf neunzig Prozent. Trump sagte auf die Frage nach einem begrenzten Militärschlag drei Wörter: Ich erwäge das.
Am Dienstag attackierten Kanonenboote der Revolutionären Garden einen US-Tanker. Außenminister Rubio flog nach Tel Aviv. Am Donnerstag dann die dritte Verhandlungsrunde in Genf — die längste und ernsthafteste bisher. Iran legte zum ersten Mal einen schriftlichen Vorschlag vor: Urananreicherung reduzieren, aber auf iranischem Boden behalten. Die USA forderten null Anreicherung, alles angereicherte Uran raus aus dem Land. Kein Deal, aber beide Seiten sprachen von substanziellen Fortschritten. Am Freitag flogen technische Teams nach Wien zur IAEA, Omans Außenminister flog nach Washington.
Und dann kam der Samstag. Die Vereinigten Staaten und Israel haben den Iran angegriffen. Bomben auf iranischem Boden. Die Diplomatie, die ganze Woche mühsam zusammengehalten wie ein Kartenhaus im Sturm — weggefegt in einer einzigen Nacht. Was gestern noch als Verhandlungsposition getarnt war, entpuppte sich als das, was es von Anfang an war: ein Ultimatum mit Verfallsdatum, hinter dem die Raketen schon in den Startlöchern lagen.
Das ist kein Verteidigungsakt. Das ist die nackte Aggression eines Hegemonen, der gemeinsam mit seinem treuesten Vasallen — einem Staat, dessen Brutalität gegen die Zivilbevölkerung in Gaza die Welt seit über einem Jahr in Atem hält — wieder einmal ein souveränes Land bombardiert, das den strategischen Interessen im Weg steht. Die selbstgesetzte Frist — Mitte März — hat sich am Samstag in Rauch aufgelöst, zusammen mit den Trümmern iranischer Anlagen.
Die technischen Iran-Verhandlungen, die am Montag in Wien bei der IAEA beginnen sollten — ob die nach den Bomben noch stattfinden, steht in den Sternen. Was jetzt kommt, ist eine völlig neue geopolitische Realität: Die Straße von Hormuz, durch die täglich ein Fünftel des weltweiten Öls fließt, wird zum Minenfeld. Die Aktienmärkte werden unter Druck geraten. Und die Frage, die sich jetzt jeder stellen muss: Wie weit wird diese Eskalation gehen?
