Nassim Nicholas Taleb, der Mann, der den Begriff “Schwarzer Schwan” prägte, warnte am Wochenende in Miami vor einer Welle von Software-Pleiten. Seine These: KI wird massiv Geld verdienen — aber nicht zwingend für die Firmen, auf die der Markt gerade wettet. Die Pioniere würden oft verdrängt, und das Tail-Risk sei “strukturell unterbewertet”.

Sein Satz der Woche: “Das Risiko ist keine kleine Korrektur. Es ist ein großer Einbruch.” Und zur Fed meinte er, selbst wenn man Einstein dorthin setzen würde, könnte der eine ölpreisgetriebene Stagflation nicht lösen.

In dieselbe Kerbe schlägt Bill Gross, der Bond-König, der gestern auf X schrieb, dass Oracle, Microsoft und IBM zu einer “Elite” gehören, die gerade “schnell zerlegt” werde. Sein Rat: Bescheidet euch mit kleineren Gewinnen bei weniger glamourösen Titeln. Telekommunikation, Energie, Pharma, Industrie — die alte Garde feiert ihr Comeback.

Dann war da der Citrini-Research-Report, der am Wochenende durch die sozialen Medien geisterte — eine dystopische Analyse, die über 10 Prozent Arbeitslosigkeit durch KI prognostiziert. Auf dem NYSE-Parkett hieß es dazu lakonisch: “Nicht vor dem Schlafengehen lesen.”

Der Report hat am Montag den Ausverkauf bei Finanzwerten befeuert: American Express minus 7 Prozent, Großbanken im Rückwärtsgang, weil die Angst umgeht, dass KI den Konsum der Besserverdienenden abwürgt, wenn deren Jobs wegfallen.

Was all diese Stimmen verbindet: Die Überzeugung, dass der aktuelle KI-Boom eine Blase innerhalb der Blase produziert. Die Gewinner von morgen stehen möglicherweise noch gar nicht auf dem Radar — während die heutigen Lieblinge schneller fallen könnten, als die meisten Portfoliomanager reagieren können.