Donald Trump hat China ultimativ aufgefordert, bei der Öffnung der Straße von Hormuz mitzuwirken — andernfalls werde er den geplanten Gipfel mit Xi Jinping absagen. Die Botschaft ist unmissverständlich: Peking soll seinen Einfluss auf den Iran nutzen, um die Seehandelsroute freizugeben, über die rund ein Fünftel des weltweiten Öltransports läuft.
Parallel laufen in Paris Gespräche zwischen Finanzminister Scott Bessent und dem chinesischen Vizepräsidenten He Lifeng. Der Hintergrund: Die durchschnittlichen US-Zölle auf chinesische Waren sind auf 47,5 Prozent gestiegen — ein historischer Höchststand. Trump nutzt Section 301 als Hebel und hat gleichzeitig 166 Milliarden Dollar an Rückerstattungen angekündigt, die nach einem Urteil des Supreme Court fällig werden.
Die Strategie Washingtons ist durchsichtig: China soll gleichzeitig als geopolitischer Partner gegen den Iran und als wirtschaftlicher Gegner unter Druck gesetzt werden. Für Peking ist das eine unmögliche Position. Der Iran ist Chinas wichtigster Öllieferant außerhalb Russlands. Die Straße von Hormuz freizukämpfen hieße, den eigenen Energielieferanten zu verraten.
Das Supreme-Court-Urteil zu den Zöllen hat die Lage zusätzlich verkompliziert. Die Richter haben entschieden, dass bestimmte Zollerhebungen ohne Kongresszustimmung nicht rechtmäßig waren — daher die 166 Milliarden an Rückerstattungen. Trump versucht nun, die Verluste durch neue, höhere Zölle zu kompensieren. Ein Kreislauf, der die globalen Lieferketten weiter destabilisiert.
Für die Märkte bedeutet die doppelte Eskalation — Hormuz plus Handelskrieg — maximale Unsicherheit. Jede Schlagzeile aus Paris oder Washington kann die nächste Verkaufswelle auslösen.
