Die US-Inflationszahlen für Februar sind da: 2,4 Prozent im Jahresvergleich, exakt im Konsens. Kernwert bei 2,5 Prozent — der niedrigste seit März 2021. Mieten nur plus 0,1 Prozent im Monat, der schwächste Anstieg seit Januar 2021.
Klingt nach Entspannung — bis man begreift: Diese Daten bilden eine Welt ab, die nicht mehr existiert. Die Erhebung endete, bevor die erste Bombe auf den Iran fiel. Die echte Druckwelle — Öl, Gas, Transport, Dünger, Lebensmittel — schiebt sich erst in die März- und Aprildaten.
Die Fed sitzt in der perfektesten Falle. Nächste Woche Dienstag und Mittwoch tagt das FOMC. Jerome Powell steht vor einem Tribunal ohne Ausweg: Die Inflation steigt, weil Öl explodiert. Der Arbeitsmarkt bricht ein — minus 92.000 Stellen im Februar. Senken unmöglich, halten gefährlich, erhöhen wäre Selbstmord.
Powells Amtszeit endet am 23. Mai, Kevin Warsh steht bereit. Der Markt preist eine Nullrunde ein — 3,5 bis 3,75 Prozent bleiben stehen.
Einen Tag nach der Fed die EZB am 18. und 19. März. Eurozone-Inflation bei 1,7 Prozent, deutlich unter dem Ziel, der Euro steigt, aber die Ölrechnung explodiert. Isabel Schnabel warnt vor Aufwärtsrisiken, Villeroy de Galhau macht sich Sorgen über den starken Euro. Die Tauben und die Falken sitzen im selben Boot und rudern in verschiedene Richtungen.
