Das Öl erzählt die Geschichte dieses Krieges in einem einzigen Chart. WTI stieg in der Nacht zum Montag auf 119 Dollar — das höchste Niveau seit 2022 — und stürzte nach Trumps CBS-Auftritt auf 86 Dollar. Heute Morgen pendelt der Preis bei 95 Dollar. Brent handelt bei 90. Dreißig Dollar Schwankung in vierundzwanzig Stunden — das ist kein Markt mehr, das ist ein Patient auf der Intensivstation.
Der Schlüsseltermin ist heute: Die G7-Energieminister treffen sich, und auf dem Tisch liegt die größte koordinierte Freigabe strategischer Ölreserven in der 52-jährigen Geschichte der Internationalen Energieagentur. 300 bis 400 Millionen Barrel — 25 bis 30 Prozent der globalen Bestände. Das wäre ein Signal von historischer Wucht.
Wenn die G7 liefern, könnte das den Ölpreis kurzfristig um 15 bis 20 Dollar drücken. Wenn sie zögern, sind dreistellige Preise auf Dauer einbetoniert.
Europa steht dabei mit leerem Tank da: Die EU-Gasspeicher liegen bei 39 Prozent, Deutschland bei 30, die Niederlande bei 23,5 — die niedrigsten saisonalen Stände seit der letzten Krise. Erdgas am TTF über 50 Euro, 30 Prozent über Februar. Katar liefert kein LNG, russisches Pipeline-Gas wird verboten, Hormuz bleibt zu. Drei Versorgungslinien, gleichzeitig abgeschnürt — das ist keine Krise, das ist eine Belagerung.
