Viktor Orbán ist nach 16 Jahren an der Macht abgewählt worden — nicht knapp, sondern vernichtend. Péter Magyars Tisza-Partei hat 137 von 199 Sitzen geholt, eine Zweidrittelmehrheit, die alles ändern kann: Verfassung, Justiz, EU-Beziehungen. Fidesz kommt auf lächerliche 55 Sitze. Die Wahlbeteiligung lag bei 78 Prozent — die höchste seit dem Ende des Kommunismus.

Die EU-Kommissionspräsidentin jubilierte auf X über das wiedererstarkte europäische Herz in Budapest. Die Ironie ist kaum zu übersehen: Dieselbe von der Leyen, die seit Jahren demokratisch gewählte Regierungen in Ungarn mit Finanzblockaden und juristischen Druckmitteln bearbeitet, feiert jetzt den Sieg der Demokratie. Der ungarische Forint schoss nach oben, denn die Märkte rechnen damit, dass unter Magyar die eingefrorenen EU-Milliarden fließen werden.

Für Trump ist das Ergebnis eine schallende Ohrfeige. Er hatte Vance vor 2 Wochen persönlich zu einer Orbán-Wahlveranstaltung nach Budapest geschickt. Der angeblich unbesiegbare Populismus scheitert dort, wo die Menschen merken, dass Nationalismus keine Rechnungen bezahlt. Ungarn dürfte unter Magyar seinen Blockadekurs bei den Ukraine-Hilfen aufgeben.

Kernfakten: Tisza 137 von 199 Sitzen | Fidesz nur 55 Sitze | 78% Wahlbeteiligung | 16 Jahre Orbán beendet | Forint steigt | EU-Milliarden dürften fließen