US-Finanzminister Scott Bessent und Fed-Chef Jerome Powell haben die Chefs der größten Wall-Street-Banken zu einer Notfallsitzung einbestellt. Am Tisch: Jane Fraser (Citigroup), Ted Pick (Morgan Stanley), Brian Moynihan (Bank of America), Charlie Scharf (Wells Fargo) und David Solomon (Goldman Sachs). Wer fehlte: Jamie Dimon von JPMorgan — eine Aussage für sich.

Der Anlass: Anthropics neues KI-Modell Claude Mythos findet autonom, ohne menschliche Hilfe, Sicherheitslücken in Software — tausende davon. Anthropic prahlt damit, dass Mythos eine 17 Jahre alte Schwachstelle in der FreeBSD-Implementierung des Netzwerkdateisystems entdeckt und ausgenutzt hat. Root-Rechte auf jeder betroffenen Maschine, ganz alleine.

Project Glasswing: Der innere Zirkel

Unter dem Programm Project Glasswing bekommen rund 50 ausgewählte Großkonzerne Zugriff auf Mythos — Apple, Google, Microsoft, Nvidia, die Linux Foundation und die großen Banken. 100 Millionen Dollar an Nutzungsgutschriften werden ausgeschüttet. Die staatliche Antwort ist nicht etwa, das Modell zu verbieten — die Antwort ist, die richtigen Leute in den inneren Zirkel aufzunehmen und den Rest im Regen stehen zu lassen.

Der mittelständische Maschinenbauer und die Sparkasse sind nicht dabei. Ein einzelnes KI-Modell kann innerhalb von Stunden einen Angriff auf die Finanzinfrastruktur orchestrieren — und die Großbanken verhandeln bereits, wer das neue Monopol der digitalen Gewalt bekommt.

Kernfakten: Bessent & Powell: Notfallsitzung mit Bank-CEOs | Anthropic Claude Mythos: autonome Exploit-Findung | 17 Jahre alte FreeBSD-Lücke geknackt | Project Glasswing: 50 Konzerne, 100 Mio.$ | Dimon fehlte