Im UN-Sicherheitsrat haben Russland und China eine Resolution zur Wiederöffnung der Straße von Hormus mit einem Doppelveto blockiert. 11 von 15 Mitgliedern stimmten dafür — das Veto der beiden ständigen Mitglieder reichte, um den Entwurf zu kippen. Russlands Botschafter Nebenzia begründete die Ablehnung damit, der Entwurf riskiere, diplomatische Bemühungen zu untergraben.
Chinas Botschafter Fu Cong warnte vor selektivem Druck, der eskalieren könnte. Peking verweist auf eine eigene 5-Punkte-Initiative mit Pakistan als Vermittler. Die Botschaft ist unmissverständlich: Russland und China stellen sich demonstrativ auf die Seite der Vermittlung und gegen Washington.
Das Ende der westlichen Dominanz
Was hier passiert, ist größer als eine Abstimmung: Die alte Weltordnung, in der der Westen im Sicherheitsrat seinen Willen durchsetzt, ist Geschichte. Hier werden die Spielregeln für die nächsten Jahrzehnte verhandelt, und der Westen sitzt nicht mehr am Kopfende des Tisches. Wer glaubt, dass dieser Konflikt regional begrenzt bleibt, versteht nicht, was auf dem geopolitischen Schachbrett passiert.
Das Doppelveto sendet ein klares Signal an Washington: Die Zeiten, in denen die USA über den Sicherheitsrat ihre strategischen Interessen legitimieren konnten, sind endgültig vorbei. Russland und China bauen an einer multipolaren Ordnung — und diese Abstimmung war eine weitere Grundsteinlegung.
