Die am Dienstagabend verkündete Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran zerfällt keine 24 Stunden nach ihrer Ankündigung. Drei fundamentale Probleme torpedieren den Deal gleichzeitig: Trump hat klargestellt, dass Urananreicherung im Iran nicht akzeptiert wird — genau das steht aber im Zentrum von Teherans 10-Punkte-Plan. Washington behauptet, der Iran habe öffentlich eine andere Version seines Vorschlags präsentiert als die tatsächlich vorgelegte. Und Netanjahu erklärte, die Waffenruhe gelte nicht für den Libanon.

Israel bombardierte am Mittwoch den Libanon mit dem größten koordinierten Angriff des gesamten Krieges — über 100 Ziele in 10 Minuten, mitten in Beirut, ohne Vorwarnung. 254 Tote und 1.165 Verletzte an einem einzigen Tag, ein Krankenhaus wurde getroffen. Und das alles, während die Schlagzeilen noch „Waffenruhe“ schrieben.

Hormus bleibt Nadelöhr

Die Straße von Hormus wurde kurz geöffnet, 2 Schiffe passierten, doch laut der iranischen Nachrichtenagentur Fars wurde sie als Reaktion auf die Libanon-Angriffe wieder geschlossen. 800 Schiffe stecken im Persischen Golf fest, 20.000 Seeleute an Bord. Maersk erklärt, die Waffenruhe biete nicht genügend Sicherheit für eine Wiederaufnahme des Betriebs. Morgen fliegt Vance nach Islamabad — zusammen mit Witkoff und Kushner —, doch der Ton klingt nicht nach Diplomatie, sondern nach einem Ultimatum mit Lächeln.

Kernfakten: Waffenruhe nach <24h am Zerbrechen | Israel: 100+ Ziele im Libanon, 254 Tote | Hormus: 800 Schiffe blockiert | Vance fliegt morgen nach Islamabad | 3 Streitpunkte: Uran, Dokumente, Libanon