Der Zünder, der die ganze Waffenruhen-Euphorie in Frage stellt: Netanjahu hat heute explizit erklärt, die Waffenruhe umfasse den Libanon nicht. Pakistans Premier hatte das Gegenteil verkündet — alle Fronten inklusive Libanon. Der Iran sagt dasselbe. Aber Israel hat heute trotz Waffenruhe den Libanon bombardiert — mindestens 8 Tote, ein Krankenhaus beschädigt, einen Krankenwagen getroffen.
Wenn sich die Parteien nicht einmal einig sind, was die Waffenruhe überhaupt abdeckt, dann ist diese Feuerpause so stabil wie ein Kartenhaus im Sturm. Die Märkte handeln den besten Fall. Die Realität liefert den schlechtesten.
Derweil hat JD Vance in Budapest seinen Wahlkampfausflug auf die Spitze getrieben: Gemeinsame Pressekonferenz mit Orbán, Kundgebung vor 1.000 Anhängern, Trump live per Telefon zugeschaltet. Dann warf er der EU vor, sie betreibe eines der schlimmsten Beispiele ausländischer Wahleinmischung. Der Vizepräsident der USA fliegt in ein EU-Land, macht Wahlkampf für den Amtsinhaber — und beschuldigt die EU der Wahleinmischung. NATO-Chef Rutte war zeitgleich im Weißen Haus, um die NATO zu retten. Am Wochenende sitzt er bei Bilderberg in Washington, mit Sam Altman und den üblichen Verdächtigen.
