Die Konsequenzen des Iran-Krieges erreichen jeden spätestens an der Tankstelle. Diesel hat am Ostersonntag in Deutschland einen neuen Allzeitrekord aufgestellt: 2,44 Euro pro Liter — 11,5 Cent über dem bisherigen Rekord vom März 2022. Super E10 steht bei 2,19 Euro. Und das ist erst der Anfang.
WTI Crude notiert bei 113 Dollar, plus 1 Prozent. Wall-Street-Analysten diskutieren offen über 200 Dollar pro Barrel, falls die Straße von Hormus geschlossen bleibt. 20 Prozent der globalen Ölversorgung fließen durch diese Meerenge — oder besser gesagt: flossen, denn seit dem 28. Februar fließt dort praktisch nichts mehr. Die IEA nennt es die größte Versorgungsstörung in der Geschichte des globalen Ölmarkts.
Europäisches Erdgas am TTF hat sich auf 60 Euro pro Megawattstunde verdoppelt, mit Spitzen bei 74. Deutschlands Gasspeicher stehen bei 22 Prozent — der niedrigste Stand seit der Krise 2022, und wir gehen gerade erst in die Füllsaison. Die Energieabhängigkeit Europas wird gerade schmerzhaft sichtbar, und ein Ende der Preissteigerungen ist nicht in Sicht.
