Donald Trump, Oberbefehlshaber einer Militärmaschinerie, die seit dem 28. Februar den Iran bombardiert und die Straße von Hormus in ein Minenfeld verwandelt hat, schrieb gestern via Truth Social an seine Verbündeten: „Go get your own oil!“ — wer Öl brauche, solle entweder bei den Amerikanern kaufen oder eigene Truppen in die Meerenge schicken. Tag 32 des Iran-Konflikts, der Tankerverkehr liegt bei null, über 150 Schiffe ankern vor der Meerenge.
Der Zynismus dieser Konstellation ist atemberaubend: Erst die Lieferwege zerstören, dann Venezuela einsammeln — Maduro im Januar verhaftet, die Ölströme unter amerikanische Kontrolle gebracht —, dann Russland temporär von Sanktionen entlasten, damit genügend Öl auf den Markt kommt. Am Ende stehen 2 große Öllieferanten auf der Weltkarte: die USA und Russland. Alle anderen sind entweder zerstört, sanktioniert oder abhängig.
Europa als Bittsteller
Das Europäische Parlament stimmte einem Handelsabkommen zu, das Europa an amerikanische Öl- und Gaslieferungen kettet — im Tausch gegen niedrigere Zölle. Gleichzeitig kündigt Trump an, der Krieg könne in 2 bis 3 Wochen vorbei sein, morgen Abend folge eine Ansprache an die Nation. Die Futures jubeln — S&P +2,91%, Dow +1.125 Punkte — während kuwaitische Treibstofflager nach iranischem Beschuss brennen.
Irans Außenminister erklärt seelenruhig, sein Land sei auf 6 Monate Krieg vorbereitet. Die Falle schnappt zu, und Brüssel applaudiert auch noch.
