Eine einzelne Meldung des Wall Street Journal hat am späten Montagabend die Futures-Märkte in Bewegung versetzt: Trump sei bereit, die Feindseligkeiten gegen den Iran zu beenden. S&P-Futures sprangen sofort 0,7 Prozent nach oben, Dow-Futures gewannen fast 400 Punkte, und WTI rutschte kurzzeitig unter 100 Dollar.
Die Skepsis ist jedoch berechtigt. Derselbe Präsident hat sein Iran-Ultimatum bereits sechsmal verschoben, den Krieg für gewonnen erklärt und gleichzeitig zugegeben, nicht zu wissen, ob ein Deal überhaupt möglich sei. Die Straße von Hormuz bleibt seit fünf Wochen vermint, 95 Prozent des Schiffsverkehrs stehen still, und rund zweitausend Schiffe stauen sich vor der Meerenge.
Taktisches Manöver zum Quartalsende?
Die Zyniker an der Wall Street vermuten ein taktisches Manöver: Am letzten Handelstag des Quartals die Märkte mit Friedensrhetorik aufpumpen, bevor am 2. April die reziproken Zölle in Kraft treten. Selbst wenn Trump eine diplomatische Lösung anstrebt, brauchen Minenräumer Wochen, um die Meerenge wieder passierbar zu machen. Die physische Realität am Persischen Golf hat von Trumps angeblichem Sinneswandel noch nichts mitbekommen.
Für Trader bedeutet das: Die Iran-Story bleibt der wichtigste Kurskatalysator der kommenden Wochen. Wer auf Friedenssignale setzt, muss die Minenräumung im Auge behalten — nicht die Schlagzeilen.
