Die deutschen Verbraucherpreise sind im März um 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen — ein 14-Monatshoch. Die Kernrate liegt bei 2,5 Prozent. Der eigentliche Schlag sitzt bei den Energiepreisen: Plus 7,2 Prozent im Jahresvergleich, der erste Anstieg seit Dezember 2023.
Harmonisiert nach EU-Standard (HVPI) beträgt die Rate sogar 2,8 Prozent. Spanien hat bereits 3,3 Prozent gemeldet. Der Konsens für die Eurozone liegt bei 2,7 Prozent, nach 1,9 im Februar — ein gewaltiger Sprung.
Der Ölpreis als Inflationstreiber
Brent hat im März den größten Monatsanstieg seit Vertragsbeginn 1988 hingelegt — über fünfzig Prozent. Seit achtunddreißig Jahren gab es keinen solchen Monat. Dieser Ölpreisschock fräst sich jetzt durch die gesamte Wirtschaft: Heizkosten, Benzinpreise, Logistik, Lebensmitteltransporte.
EZB-Präsidentin Lagarde hat letzte Woche eine Hundertachtzig-Grad-Wende vollzogen: Die EZB sei bereit, die Zinsen zu erhöhen, selbst wenn der Anstieg vorübergehend sei. Vor drei Monaten rechneten die Märkte mit zwei Zinssenkungen — jetzt preisen sie Erhöhungen ein.
