Der heutige Montag geht als "Schwarzer Montag" in die Geschichte der asiatischen Börsen ein. Was wir in den frühen Morgenstunden in Japan und Südkorea erlebt haben, war kein normaler Handelstag, sondern ein regelrechtes Massaker der Hoffnung. Der Nikkei stürzte um fast zweitausend Punkte (-3,68%) ab, während der KOSPI in Seoul sogar um über fünf Prozent einbrach.
Hintergrund dieses tektonischen Bebens ist das bittere Erwachen der Märkte: Die Illusion einer baldigen Rückkehr zum Billiggeld ist endgültig geplatzt. Stagflation ist keine Theorie mehr, sondern Realität. Wenn der Ölpreis bei 112 Dollar festklebt und Lieferketten am Golf seit Wochen unterbrochen sind, rücken Zinssenkungen in weite Ferne — stattdessen wird an den Märkten bereits über Zinserhöhungen spekuliert.
Das Ende des Kartenhauses
Die Brachtialgewalt, mit der die Märkte heute Morgen nach unten gedreht haben, zeigt, wie fragil das bisherige Börsen-Kartenhaus war. Fondsmanager und Investoren flüchten gleichermaßen aus Risiko-Positionen, was den Verkaufsdruck weiter erhöht. Das Geeiere der letzten Wochen in engen Seitwärts-Ranges ist beendet; die Richtung ist nun klar und schmerzhaft definiert.
Für Trader bietet dieses Umfeld jedoch auch Chancen. Jede Korrektur, so heftig sie auch sein mag, folgt einer gewissen Wellenstruktur. Wer die entscheidenden Retracement-Zonen kennt und seine Emotionen im Griff behält, kann diese Phase nutzen, um sich auf den nächsten großen Impuls vorzubereiten. Eines ist sicher: Die kommenden Wochen werden höchste Disziplin und einen kühlen Kopf erfordern.
