Die Straße von Hormuz ist seit dem 2. März de facto geschlossen. Rund 17,8 Millionen Barrel pro Tag — zwanzig Prozent des globalen Angebots — fließen nicht mehr. Der Iran betreibt ein yuan-basiertes Mautsystem: Chinesische und russische Schiffe passieren, der Rest wird blockiert.
Die Folge: Brent Crude schloss am Freitag bei 112,57 Dollar pro Barrel (+4,22%), WTI durchbrach die symbolisch wichtige 100-Dollar-Marke und schloss bei 99,64 Dollar (+5,46%). Im Monat März hat Brent damit rund 51 Prozent zugelegt — der größte Einzelmonatsanstieg seit der COVID-Erholung 2021.
Trumps Ultimatum läuft am 6. April ab
Trump hat das Ultimatum an den Iran zur Wiederöffnung der Straße von Hormuz auf den 6. April verlängert. Goldman Sachs sieht eine 14–18 Dollar Geopolitik-Prämie im aktuellen Preis. Im Worst-Case-Szenario — gleichzeitige Schließung von Hormuz und Bab al-Mandab — rechnet Goldman mit 130 Dollar pro Barrel.
Die IEA bezeichnet die aktuelle Lage als die schwerste Angebotsunterbrechung in der Geschichte des globalen Ölmarktes. Katars größtes LNG-Terminal Ras Laffan meldet umfangreiche Schäden, 17 Prozent der Exportkapazität sind ausgefallen.
Was das für Europa bedeutet
Europa ist besonders verwundbar: Die Gasspeicher stehen bei nur 29 Prozent im EU-Durchschnitt, Deutschland bei 21 Prozent. Bis zum 1. November müssen sie auf 90 Prozent gefüllt werden — und das ohne russisches Pipeline-Gas, mit beschädigten katarischen LNG-Terminals und einer blockierten Hormuz-Straße.
