Am morgigen Freitag steht einer der wichtigsten Termine für den Edelmetallmarkt an: der große Silber-Kontraktverfall an der CME. Die Anspannung unter Händlern ist greifbar, denn die physische Deckungsrate in den COMEX-Lagern ist auf einen kritischen Stand von nur noch 14 Prozent gefallen.
Das bedeutet, dass auf jede Unze physisches Silber in den Tresoren rund sieben Unzen "Papiersilber" kommen, die per Kontrakt gehandelt werden. Sollten mehr als 16 Prozent der Kontrakthalter auf physischer Auslieferung bestehen, müsste die Börse entweder den Preis massiv nach oben treiben, um Verkäufer anzulocken, oder eine Pleite erklären.
Gold schwächelt in der Liquiditätsfalle
Interessanterweise zeigt Gold trotz der geopolitischen Spannungen Schwäche und notiert bei rund 4.503 Dollar. Experten sehen hier eine "Liquiditätsfalle": Großanleger müssen Cash-Reserven für Margin-Nachschüsse in anderen Assetklassen (wie Öl oder Aktien) bereitstellen und liquidieren dafür ihre Goldbestände. Dies ist ein Zeichen extremen Stresses im Finanzsystem.
Silber hingegen hält sich bei etwa 71,70 Dollar stabil. Die kommenden 24 Stunden werden zeigen, ob der Papiermarkt der physischen Realität standhalten kann. Die täglichen Analysen auf elliottwaver.live weisen auf entscheidende Wendepunkte hin, die über den Trend für den restlichen Frühling entscheiden könnten.
Auge auf die Margins
Die CME hat die Sicherheitsleistungen bereits mehrfach erhöht, um kleine Spekulanten aus dem Markt zu drängen. Doch der Hunger nach physischen Werten scheint in Zeiten globaler Krisen und drohender Kriege größer zu sein als die Angst vor Margin-Calls. Der Freitag wird zur Stunde der Wahrheit.
