Ein bemerkenswertes Detail aus den diplomatischen Hinterzimmern sickerte am Donnerstag durch: Die iranische Führung hat Washington signalisiert, dass sie Verhandlungen mit Vizepräsident JD Vance bevorzugen würde. Das Misstrauen gegenüber Trumps engstem Kreis, insbesondere Steve Witkoff und Jared Kushner, ist massiv.
Laut Berichten des Guardian sieht Teheran in Witkoff und Kushner eher Interessenvertreter Israels als der USA. Man wirft ihnen vor, die Vereinigten Staaten gezielt in die militärische Konfrontation gedrängt zu haben. Die Forderung nach dem Vizepräsidenten als Verhandlungsführer ist ein direkter Affront gegen Trumps bisheriges Team.
Verdacht auf Insiderhandel im Weißen Haus
Zusätzlich gerät Washington unter moralischen Druck. Demokratische Senatoren fordern die SEC auf, massive Futures-Trades zu untersuchen, die nur fünf Minuten vor Trumps überraschendem Iran-Tweet am Montag platziert wurden. Jemand schien genau zu wissen, wann die Märkte auf Knopfdruck reagieren würden.
Die Trades wetteten auf fallende Ölpreise, kurz bevor Trumps Ankündigung von "Fortschritten" den Brent-Preis um zehn Prozent einbrechen ließ. Dieser Verdacht auf Insiderhandel auf präsidentiellem Niveau belastet die Glaubwürdigkeit der US-Diplomatie schwer und nährt den Vorwurf, der Konflikt werde zur persönlichen Bereicherung instrumentalisiert.
Risse in der Basis
Die politische Stimmung in den USA kippt derweil. Nur noch 27 Prozent der Amerikaner sind mit Trumps Umgang mit den Benzinpreisen zufrieden, die in einigen Bundesstaaten wie Arizona bereits auf über 6,40 Dollar pro Gallone gestiegen sind. Besonders unter jungen Männern, Trumps Kernwählerschaft, schwindet der Rückhalt rasant.
