In der Welt der Top-Manager scheinen herkömmliche Maßstäbe nicht mehr zu gelten. David Zaslav, der Chef von Warner Bros. Discovery (WBD), soll im Zuge der Fusion mit Paramount eine Abfindung von unglaublichen 800 Millionen Dollar erhalten. Es ist eine der höchsten jemals gezahlten Summen für einen scheidenden CEO.
Die Nachricht sorgt für blankes Entsetzen unter den Aktionären. Seit dem Bekanntwerden der Fusionsgerüchte ist die WBD-Aktie um fast 40 Prozent eingebrochen. Zaslav hinterlässt ein Imperium, das mit massiven Schulden kämpft, Tausende Mitarbeiter entlassen hat und zahlreiche prestigeträchtige Produktionen streichen musste.
Platin-Fallschirm auf Kosten der Kleinen
Während der "normale" Arbeitnehmer in den USA mit explodierenden Lebenshaltungskosten und Benzinpreisen kämpft, gönnt sich die Führungsriege der Medienriesen Boni, die jede Vorstellungskraft sprengen. Kritiker sehen darin ein fatales Signal und einen Beweis für eine völlig entkoppelte Manager-Kaste.
Dieser "Platin-Fallschirm" wird letztlich von den Anlegern finanziert, deren Portfolio-Werte in den letzten Monaten zusammengeschmolzen sind. Es ist ein Lehrstück über Corporate Governance — oder deren Abwesenheit — in Zeiten des Hyper-Kapitalismus, in denen Scheitern oft höher belohnt wird als Erfolg.
Medienbranche im Umbruch
Die Fusion von WBD und Paramount markiert einen weiteren Schritt in der Konsolidierung der Streaming- und Medienwelt. Doch ob die neue Entität unter der Last der Schulden und der gigantischen Abfindungszahlungen überleben kann, bleibt fraglich. Der Markt reagierte bislang mit Skepsis und massiven Abverkäufen.
