Während die Welt auf den Golf starrt, tickt im Hintergrund eine finanzielle Zeitbombe von historischem Ausmaß. Die US-Regierung muss in den kommenden Wochen Staatsanleihen im Wert von rund elf Billionen Dollar refinanzieren. Das Problem: Die Zinssätze befinden sich auf dem höchsten Stand seit Jahrzehnten.
Die 10-jährige US-Rendite kletterte zuletzt auf 4,42 Prozent, während die 2-jährigen Anleihen nach einer schwachen Auktion auf 3,94 Prozent schossen. Für den amerikanischen Haushalt bedeutet dies explodierende Zinslasten, während gleichzeitig der Krieg am Golf Milliarden an Sondermitteln verschlingt.
Fed ohne Spielraum
Die US-Notenbank (Fed) sitzt derweil in der Falle. Trotz der schrumpfenden Industrie in den USA kann sie die Zinsen nicht senken, da die Inflation — getrieben durch Energiepreise — weiter hoch bleibt. Am Freitag wird der PCE-Preisindex veröffentlicht, das Lieblingsthermometer der Fed.
Sollte der PCE-Index über den Erwartungen liegen, wäre jede Hoffnung auf Zinssenkungen für 2026 endgültig beerdigt. Die Refinanzierungskosten der USA könnten dann in eine Spirale geraten, die historisch oft nur durch massives Gelddrucken und eine daraus resultierende Abwertung der Währung gelöst wurde.
Anleihen als Konkurrenz zu Aktien
Die hohen Renditen bei Staatsanleihen saugen zudem Liquidität aus dem Aktienmarkt. Wenn Anleger für sichere Staatsanleihen über vier Prozent Zinsen erhalten, sinkt der Anreiz, in risikoreiche Aktien zu investieren. Dies könnte den Druck auf die Tech-Schwergewichte an der Wall Street weiter erhöhen.
