Die europäische Energiekrise verschärft sich dramatisch. Qatar, einer der wichtigsten Lieferanten von Flüssigerdgas (LNG), hat für das Ras-Laffan-Terminal "Force Majeure" (höhere Gewalt) angemeldet. Nach Berichten über Kriegsschäden sind rund 17 Prozent der qatarischen Exportkapazität ausgefallen.

Diese Meldung schlug wie eine Bombe an den Energiemärkten ein. Der LNG-Spotpreis in Asien verdoppelte sich nahezu auf über 25 Dollar pro Millionen BTU. Für Europa bedeutet dies einen extrem teuren Wettbewerb um die verbleibenden Tankerladungen, da die Gasspeicher auf dem Kontinent bereits jetzt historische Tiefststände aufweisen.

Speicher-Panik im Anmarsch

In Deutschland liegen die Speicher laut IEA derzeit bei nur noch 21 Prozent, mit einer Prognose von 13 Prozent für Ende März. Gleichzeitig schreibt eine EU-Verordnung vor, dass die Speicher bis November auf 90 Prozent gefüllt sein müssen. Da russisches Gas verboten und die Straße von Hormuz blockiert ist, rückt dieses Ziel in weite Ferne.

Der TTF-Gaspreis in Europa notiert derzeit bei rund 55 Euro pro Megawattstunde. Experten warnen vor einer "Auffüll-Panik" im April, wenn 23 EU-Staaten gleichzeitig versuchen, ihre Bestände auf dem Spotmarkt zu sichern. Dies könnte die Preise in Regionen treiben, die die industrielle Basis Europas endgültig zerstören.

Gefahr für die Weltwirtschaft

Die IEA-Leitung bezeichnet die aktuelle Lage als Bedrohung für die gesamte Weltwirtschaft, schlimmer als die Ölschocks der 1970er Jahre. Während US-Erdgas lokal noch günstig ist, bleibt der globale LNG-Markt ein hochexplosives Umfeld, das jeden Tag neue Höchststände erreichen kann.

Gas-Check: TTF 55€ | Qatar Force Majeure | LNG Spot Asien +100% | Speicher DE 21%