Der Ölmarkt erlebt derzeit eine Achterbahnfahrt der Emotionen. Während Washington dem Iran über Vermittlerstaaten ein 15-Punkte-Friedensangebot übermittelt hat, stürzte der Ölpreis kräftig ab. WTI fiel auf 89 Dollar, Brent brach unter die 100-Dollar-Marke. Doch Skepsis ist angebracht: Bereits am Montag erlebten wir eine ähnliche Choreografie, die sich kurz darauf als Strohfeuer entpuppte.

Donald Trump inszeniert sich im Oval Office als Friedensstifter und behauptet, die Militärschläge aufgrund produktiver Gespräche verschoben zu haben. Teheran hingegen reagiert verhalten und bestätigt lediglich den Erhalt eines "Faxes mit einer Empfangsbestätigung". Dass gleichzeitig die 82. Luftlandedivision Richtung Golf verlegt wird, spricht eher für eine Drohkulisse als für echte Diplomatie.

Rohstoffe: Gold und Silber mit Comeback

Während Öl unter Druck gerät, feiert Gold nach neun Tagen massiver Abverkäufe ein kräftiges Comeback. Mit einem Sprung auf 4.549 Dollar pro Feinunze zeigt das Edelmetall, dass der physische Boden im Papiermarkt gehalten hat. Auch Silber kletterte auf 73,20 Dollar, kurz vor dem großen Kontraktverfall an der CME am Donnerstag.

Die Lage bleibt schizophren: Trump verhandelt und rüstet gleichzeitig auf. Für Anleger bedeutet dies höchste Wachsamkeit. Die Märkte tanzen nach der Pfeife des Weißen Hauses, doch die physikalischen Realitäten — verminte Wasserstraßen und leere Gasspeicher — lassen sich nicht weg-twittern. Wer in diesem Umfeld bestehen will, muss die technischen Marken kennen.

Marktdaten: Brent < 100 $ | Gold 4.549 $ | Silber 73,20 $ | COMEX Bestände kritisch