Die jüngsten Wirtschaftsdaten aus den USA zeichnen ein düsteres Bild. Der Flash-Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe von S&P Global ist im März auf 49,8 Punkte gefallen. Damit rutscht der Index unter die psychologisch wichtige Schwelle von 50 Punkten, was eine Kontraktion der industriellen Aktivität anzeigt.
Besonders besorgniserregend: Während die Auftragsbücher schrumpfen, steigen die Inputkosten mit der höchsten Geschwindigkeit seit fast zwei Jahren. Getrieben durch Zölle und explodierende Energiepreise, sieht sich die US-Wirtschaft einer klassischen Stagflations-Falle gegenüber: stagnierendes Wachstum bei gleichzeitig hoher Inflation.
Goldman Sachs erhöht Rezessionsprognose
Die Reaktion der Wall Street ließ nicht lange auf sich warten. Goldman Sachs hob die Wahrscheinlichkeit für eine Rezession in den USA von 25 auf 30 Prozent an. Analysten warnen, dass die US-Notenbank (Fed) zwischen der Bekämpfung der Inflation und der Stützung der lahmenden Wirtschaft gefangen ist.
Während der Dienstleistungssektor noch ein leichtes Plus verzeichnet, könnte der Abschwung der Industrie bald auf die gesamte Wirtschaft übergreifen. Besonders die Refinanzierungskosten für die US-Staatsverschuldung setzen das Finanzministerium unter Druck, da in den kommenden Wochen Billionen an Anleihen zu hohen Zinssätzen erneuert werden müssen.
Warten auf den PCE-Index
Der Fokus der Märkte richtet sich nun auf den am Freitag anstehenden PCE-Preisindex, das bevorzugte Inflationsmaß der Fed. Sollten die Zahlen höher als erwartet ausfallen, dürften die Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen endgültig begraben werden. In einem Umfeld schrumpfender Industrie wäre dies ein fatales Signal.
