Donald Trump hat gestern Abend mit einer einzigen Behauptung die globalen Finanzmärkte in Aufruhr versetzt. Vor Kameras verkündete er, die geplanten Militärschläge gegen den Iran um fünf Tage zu verschieben, da es "produktive Gespräche" mit Teheran gebe. Der Iran stehe kurz davor einzulenken.

Die Reaktion der Märkte war unmittelbar und gewaltig: Der Ölpreis (Brent) brach um zehn Prozent ein und fiel von 114 auf unter 100 Dollar. Zeitgleich schossen die Aktienindexe nach oben; der Dow Jones legte um 631 Punkte zu, während S&P 500 und Nasdaq deutliche Gewinne verbuchten. Billionen an Marktkapitalisierung verschoben sich innerhalb weniger Stunden auf Basis dieser einen Aussage.

Iran dementiert "Fake News"

Doch die Euphorie hielt nicht lange an. Teheran dementierte die Behauptungen umgehend. Parlamentssprecher Mohammad Bagher Ghalibaf bezeichnete Trumps Aussagen als "Fake News", die einzig darauf abzielen, die Finanzmärkte zu manipulieren. Es habe keinerlei direkte Gespräche gegeben.

Tatsächlich hätten lediglich Vermittlerstaaten wie die Türkei und der Oman versucht, Kanäle zu öffnen, was jedoch nicht auf Initiative des Iran geschah. Experten sehen in Trumps Vorgehen eine gezielte Marktmanipulation, um eine Atempause zu gewinnen und Hedgefonds-Interessen zu bedienen.

Katerstimmung am Morgen danach

Am Dienstagmorgen zeigt sich die Ernüchterung: Die Ölpreise klettern bereits wieder nach oben (WTI +3,6%), und die Aktienfutures drehen ins Minus. Die sogenannte "Erleichterungsrallye" entpuppt sich als Strohfeuer, das auf einer unbestätigten Behauptung basierte.

Marktreaktion: Öl -10% Rebound | Dow +631 Pkt | WTI wieder bei 91,27 $