Gold hielt sich die gesamte Woche stabil über 5.000 Dollar und schloss am Freitag bei 5.180 Dollar. Was vor einem Jahr noch als Fantasie galt, ist jetzt der neue Boden. Dahinter steht ein struktureller Wandel: Die PBOC kauft seit 15 Monaten ununterbrochen und hält mittlerweile über 2.300 Tonnen. JPMorgan schätzt die Zentralbank-Käufe für 2026 auf 755 Tonnen — das Doppelte des historischen Durchschnitts.

Die BRICS treiben derweil ihr Blockchain-basiertes Settlement-System „The Unit“ voran, das Gold-gestützte Abrechnungen zwischen Mitgliedsländern ermöglichen soll — am Dollar vorbei. Der Anteil des Dollars an den weltweiten Reserven ist auf 56 Prozent gefallen, ein 30-Jahres-Tief. Die Entdollarisierung ist kein Narrativ mehr, sie ist ein statistischer Fakt.

Am Mittwoch nominierte Trump Kevin Warsh als neuen Fed-Vorsitzenden. Gold reagierte mit einem kurzen Einbruch von 15 Prozent — der Markt preiste kurzzeitig eine härtere Geldpolitik ein. Doch die Erholung kam schnell: Die Zentralbanken der Welt kaufen nicht Gold, weil sie an die Fed glauben, sondern weil sie es nicht mehr tun.

Der EUR/USD-Kurs zeigt das gleiche Bild: Der Dollar schwächelt, während die Welt ihre Reserven diversifiziert. Gold über 5.000 Dollar ist nicht das Ziel — es ist der Anfang.